Eine Wärmepumpe kostet je nach Typ 10.000 bis 35.000 Euro inklusive Einbau. Mit BAFA-Förderung (30–70 %) reduzieren sich die Kosten erheblich. Ob sie sich lohnt, hängt von Gebäude, Dämmung und Strompreis ab.

Die Wärmepumpe ist die zentrale Heizungstechnologie der Energiewende — und seit dem Heizungsgesetz 2024 für viele Neubauten und Sanierungen erste Wahl. Dieser Ratgeber erklärt alle Typen, echte Kosten und wann sich eine Wärmepumpe wirklich rechnet.

Die drei Wärmepumpen-Typen im Vergleich

Wärmepumpen entziehen der Umgebung Energie (Luft, Erde, Wasser) und heben diese auf Heiztemperatur. Der Typ entscheidet über Kosten, Effizienz und Einbauaufwand.

TypWärmequelleJAZInvestitionAufwand Einbau
Luft-Wasser-WPAußenluft2,5–4,015.000–25.000 €gering
Sole-Wasser-WPErdreich (Sonde)4,0–5,520.000–35.000 €hoch (Bohrung)
Wasser-Wasser-WPGrundwasser4,5–6,020.000–30.000 €hoch (Brunnen)

JAZ = Jahresarbeitszahl: Gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. JAZ 4,0 bedeutet: 1 kWh Strom → 4 kWh Wärme. Je höher, desto effizienter und günstiger im Betrieb.

Luft-Wasser-Wärmepumpe (Marktführer)

Mehr als 70 % aller installierten Wärmepumpen in Deutschland sind Luft-Wasser-Geräte. Vorteile: einfacher Einbau, kein Genehmigungsaufwand für die Wärmequelle, günstigste Investition. Nachteil: Im Winter (wenn es am kältesten ist) ist die Effizienz am niedrigsten.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Braucht eine Tiefenbohrung (100–150 Meter je Sonde) oder Erdkollektoren in der Fläche. Die Erdtemperatur ist ganzjährig konstant bei 8–12 °C, was zu deutlich höherer Effizienz führt. Nachteil: teure Bohrung (8.000–15.000 Euro), Genehmigung der Wasserbehörde nötig.

Wärmepumpe Kosten 2025 — vollständige Übersicht

Die Gesamtkosten setzen sich aus Gerät, Montage, Warmwasserspeicher, Anpassung der Heizungsanlage und ggf. Tiefenbohrung zusammen.

KostenpositionLuft-WasserSole-WasserWasser-Wasser
Wärmepumpen-Gerät6.000–14.000 €8.000–15.000 €8.000–14.000 €
Montage + Inbetriebnahme2.000–5.000 €2.000–4.000 €2.000–4.000 €
Warmwasserspeicher (300–500 l)800–2.000 €800–2.000 €800–2.000 €
Heizungsumbau (Puffer, Hydraulik)1.000–3.000 €1.000–3.000 €1.000–3.000 €
Tiefenbohrung / Brunnen8.000–20.000 €5.000–12.000 €
Gesamtinvestition12.000–25.000 €22.000–45.000 €18.000–35.000 €
Vor BAFA-Antrag kaufen verboten: Sie dürfen erst nach Erhalt des BAFA-Förderbescheids verbindlich bestellen oder einen Vertrag unterzeichnen. Wer vorher kauft, verliert den Anspruch auf Förderung.

Einbau: Ablauf Schritt für Schritt

Von der Entscheidung bis zur Inbetriebnahme vergehen meist 3 bis 9 Monate — je nach Förderantrag und Handwerkerkapazitäten.

  1. Heizlastberechnung: Fachbetrieb berechnet, welche Leistung (in kW) das Gebäude braucht. Basis für Gerätewahl.
  2. BAFA-Antrag stellen: Online-Antrag vor Auftragsvergabe. Bescheid abwarten (2–8 Wochen).
  3. Fachbetrieb beauftragen: Nur zugelassene Heizungsbauer dürfen Wärmepumpen installieren.
  4. Genehmigung (bei Sole/Wasser-WP): Wasserbehörde und ggf. untere Naturschutzbehörde müssen zustimmen.
  5. Einbau: Bei Luft-WP: 1–3 Tage. Bei Sole-WP mit Bohrung: 1–3 Wochen inkl. Bohrarbeiten.
  6. Inbetriebnahme + Einregulierung: Hydraulischer Abgleich ist Pflicht für BAFA-Förderung.

BAFA-Förderung 2025 — Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Wärmepumpen werden über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit dem Heizungs-Förder-Programm gefördert. Antragsweg: BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Grundstruktur der Förderung

FörderkomponenteFördersatzBedingung
Basis-Förderung30 %alle Wärmepumpen
Klima-Geschwindigkeit-Bonus+20 % (= 50 %)Tausch einer Öl- oder Gasheizung bis 2028
Einkommens-Bonus+30 % (= 60 %)Eigenheimbesitzer, zu versteuerndes HH-Einkommen ≤ 40.000 €/Jahr
Effizienz-Bonus+5 % (= max. 70 %)Natürliche Kältemittel (z.B. Propan, R290)

Förderhöchstbetrag: 30.000 Euro förderfähige Kosten für Ein-/Zweifamilienhaus. Der maximale Zuschuss beträgt also bis zu 21.000 Euro (bei 70 %).

Beispielrechnung

Luft-Wasser-WP, Gesamtkosten 20.000 Euro, Austausch einer 15 Jahre alten Gasheizung, Eigentümer:

  • Basis: 30 % = 6.000 €
  • + Geschwindigkeitsbonus: +20 % = 4.000 €
  • = 50 % Förderung = 10.000 Euro Zuschuss
  • Eigenanteil: 10.000 Euro

Wann lohnt sich eine Wärmepumpe wirklich?

Die Wirtschaftlichkeit hängt von drei Faktoren ab: Effizienz der Wärmepumpe (JAZ), Strompreis und Vergleich mit der Alternativheizung.

Günstige Voraussetzungen

  • Gut gedämmtes Gebäude: Niedrige Vorlauftemperaturen (35–45 °C) ermöglichen hohe JAZ. Ab KfW-55-Standard optimal.
  • Fußbodenheizung oder große Heizkörper: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter die Pumpe
  • Photovoltaik auf dem Dach: Eigenstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe drastisch
  • Wärmepumpen-Sondertarif beim Stromanbieter: Viele Versorger bieten reduzierte Tarife (15–25 Ct./kWh statt 30–35 Ct.)

Ungünstige Voraussetzungen

  • Schlecht gedämmtes Altbauhaus (Vorlauftemperatur über 55 °C nötig)
  • Keine Möglichkeit für Flächenheizung oder Heizkörpertausch
  • Fehlende Außenfläche für Luftwärmepumpe (Schallschutz, Abstandsregeln)

Wärmepumpe im Altbau — das müssen Sie wissen

Im unsanierten Altbau (Baujahr vor 1980) ist eine Wärmepumpe oft unwirtschaftlich, weil hohe Vorlauftemperaturen (60–70 °C) die Effizienz stark reduzieren. Sinnvoll ist die Kombination mit einer Sanierungsmaßnahme:

  1. Zunächst Gebäudehülle verbessern (Dämmung, neue Fenster, Dach)
  2. Dann Vorlauftemperatur auf 45–50 °C absenken
  3. Dann Wärmepumpe effizient betreiben

Alternativ eignet sich im Altbau eine Hybridheizung (Wärmepumpe + Gasheizung als Backup). Das senkt Investitionskosten und überbrückt kalte Spitzen, wenn die Wärmepumpe allein nicht ausreicht.

Nächster Schritt: KfW-Förderung für Sanierung und Neubau — lesen Sie unsere vollständige Übersicht. KfW-Förderung Neubau 2025 →

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau, Warmwasserspeicher und Heizungsanpassung zwischen 12.000 und 25.000 Euro. Erdwärmepumpen (Sole-Wasser) kosten wegen der Tiefenbohrung 22.000 bis 45.000 Euro. Mit BAFA-Förderung (30–70 %) reduziert sich der Eigenanteil erheblich.

Eine Wärmepumpe lohnt sich besonders in gut gedämmten Gebäuden (KfW-55 oder besser), die mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern ausgestattet sind. Mit einer JAZ von 3,5 oder mehr amortisiert sich die Investition nach BAFA-Förderung typischerweise in 8 bis 15 Jahren. Photovoltaik auf dem Dach verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich.

Die BAFA-Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 Euro). Wer eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt, erhält bis 2028 einen Bonus von 20 % (= 50 %). Einkommensschwache Eigentümer (Haushaltseinkommen ≤ 40.000 Euro) bekommen 30 % mehr (= 60 %). Mit Effizienz-Bonus für natürliche Kältemittel sind bis zu 70 % erreichbar.

Im unsanierten Altbau ist eine Wärmepumpe oft unwirtschaftlich, weil hohe Vorlauftemperaturen (60–70 °C) die Effizienz stark senken. Empfehlenswert ist in diesem Fall eine Kombination: erst Gebäudedämmung verbessern, dann Wärmepumpe installieren. Alternativ bietet eine Hybridheizung (Wärmepumpe + Gaskessel) mehr Flexibilität.

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen im Betrieb 40–55 Dezibel — vergleichbar mit einem laufenden Kühlschrank. Die Anlage muss mindestens 3 Meter vom Nachbargrundstück und idealerweise nicht direkt neben Schlafzimmerfenstern aufgestellt werden. Bei engen Grundstücken empfiehlt sich ein Schallschutzgutachten.